Aktuelles

Beiträge zu aktuellen Themen

Unter dieser Rubrik möchte ich Texte einstellen zu aktuellen Fragen, Problemen und Diskussionen aus der Pädagogik.

Der erste Beitrag soll sich mit „Visible Learning” beschäftigen, der Metastudie des neuseeländischen Wissenschaftlers John Hattie aus dem Jahre 2009 (John A. C. Hattie. Visible Learning: A Synthesis of Over 800 Meta-Analyses Relating to Achievement, London & New York, Routledge 2009).
 Visible Learning

Musste man anfangs noch skeptisch sein, inwieweit die Ergebnisse der Hattie-Studie in der pädagogischen Landschaft Beachtung finden würden, darf man heute, einige Jahre später, konstatieren: »An Hattie kommt keiner mehr vorbei«.

Inzwischen ist „Visible Learning” überarbeitet ins Deutsche übersetzt: „Lernen sichtbar machen”; Communitys aus Wissenschaft und Pädagogik beschäftigen sich intensiv damit, es steht reichhaltig Material zur Verfügung. Der folgende Beitrag zeigt eine Auswahl dessen auf (Links, Medien, etc.), stellt aber auch kritische Fragen.
 Lernen sichtbar machen

Mein besonderes Interesse gilt nach wie vor dem Problembereich „Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung”. Eine Lektüre der Vorgaben, Anregungen und Empfehlungen auf den Bildungsservern gehört zur fast täglichen Beschäftigung. Hier möchte ich einen Beitrag auf dem Bildungssserver RLP zur Differenzierung bei Klassenarbeiten kommentieren.
 Klassenarbeiten differenziert?

Visible learning – eine Studie, welche die pädagogische Landschaft verändert?

Mit seiner in der empirischen Bildungsforschung bisher einzigartigen Studie versucht der neuseeländische Wissenschaftler John Hattie, auf der Basis von über 800 Metastudien Bilanz zu ziehen und jene Faktoren zu verifizieren, welche für den nachhaltigen Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler stehen, und zugleich zu quantifizieren, in welchem Maße sie dies bewerkstelligen. « ... this is a book about synthesizing many meta-analyses ... based on over 50.000 studies and many millions of students … », führt er in seinem Buch aus.

Schlussendlich werden insgesamt 138 Einflussfaktoren benannt, beschrieben und klassifiziert, der Frage nachgehend What works best?”; der „Wirkungsgrad (d)” wird in einem „barometer of influence” visualisiert (siehe die Abbildung am Kopf dieser Seite).
Dieses umfasst vier Bereiche:

Lernen sichtbar machen

Als ich Ende 2011 den Artikel „Visible Learning” verfasste, war ich zugegebenermaßen eher skeptisch, inwieweit die Ergebnisse der Hattie-Studie auf die pädagogische Landschaft in Deutschland einwirken würden, glaubte, einen eigenen Beitrag dazu leisten zu müssen. Heute, gut zwei Jahre später, muss ich zugestehen, dass diese Skepsis unberechtigt war: Niemand mehr in Deutschland, der sich mit Pädagogik – gleich auf welcher Ebene – beschäftigt, kommt an Hattie vorbei. Welch ein Glück, meine ich, ein Anfang ist gemacht!

Und recht viel hat sich getan:
Die deutsche (und überarbeitete) Übersetzung „Lernen sichtbar machen” ist erschienen, ebenso das weitere Werk von Hattie „Visible Learning for Teachers” (die deutsche, wiederum überarbeitete Übersetzung ist für Ende Januar 2014 avisiert).

Und in den Medien wie auch im Internet ist und wird das sehr reichhaltig thematisiert. Auf der Internetseite Visible-learning.org sind wichtige Veröffentlichungen sehr gut dokumentiert und verlinkt. Und das Portal lernensichtbarmachen.ch ergänzt die deutschsprachige Ausgabe (mit einem „Wiki, Newsletter und Korrigenda”, wie auf visible-learning.org zu lesen ist).

Im April 2013 gab es einen Artikel auf stern.de, betitelt mit »John Hattie – Der Harry Potter der Pädagogik«.

Es erübrigt sich also, diese für jedermann zugängliche Reichhaltigkeit durch weitere Materialien etc. zu ergänzen.

Ein Anfang ist gemacht!

Klassenarbeiten differenziert?

Auf dem Bildungsserver des Landes RLP ist mir ein Beitrag zum Thema „Differenzierte Leistungsmessung – Modelle für Klassenarbeiten” begegnet. Sie können ihn hier besichtigen:
Zur Seite des Bildungsservers RLP

Diese Ausführungen kann ich nicht unkommentiert stehen lassen.

Was ich dazu zu sagen habe – ich habe es mit „Das geht mir gegen den Strich!” überschrieben – können Sie den nachstehenden pdf-Dokument entnehmen.

Es ist meines Erachtens nicht möglich, einer lerngruppenbezogenen Leistungsmesssung neben der objektiven Messlatte und der intersubjektiven noch die intrasubjektive Norm überzustülpen, mit fatalen Folgen für die Probanden und für die Gütekriterien. Für die Anwendung der Individualnorm gibt es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten.

Anmerkung (Juli 2015): Anderthalb Jahre ist es her, dass ich diesen Beitrag verfasste und zu den Verantwortlichen Kontakt hatte. Was hat sich zwischenzeitlich verändert? Nichts! Die Ausführungen sind unverändert auf dem Bildungsserver RLP zu besichtigen. Nun denn! Vielleicht liege ich ja falsch und meine Vorstellungen und Überzeugungen sind von gestern. Ungeachtet dessen werde ich davon nicht abrücken. Ich halte es mit Albert Einstein: „Das Universum und die Dummheit der Menschen sind unendlich ...”